Die VBZ ist für einmal ohne Schuld

Warum die VBZ mich letztes Wochenende wütend gemacht hat, aber so richtig. Und der Schnee auch. Und warum meine Wut auf die beiden eigentlich nicht wirklich gerechtfertigt war und ich mehr wütend auf mich hätte sein sollen.

Letztes Wochenende bekam ich eine Wut auf die VBZ wie schon lange nicht mehr. Es muss etwa 5 Uhr morgens gewesen sein, als ich nach einer längeren Nacht an einer Haltestelle auf den ersten Bus wartete. Und wartete. Und wartete. Das wäre an und für sich kein grosses Problem gewesen, hätte es nicht geschneit und wäre saukalt gewesen. Ich verfluchte die VBZ, dass sie um 5 Uhr morgens bei Schneetreiben ihren Betrieb nicht aufrecht erhalten konnte, ich meine bitte, was ist denn das für ein Verein?! – Gut, meine Wut war vielleicht ein bisschen irrational, aber mein Verständnis sank mit jedem Moment, den ich in der Kälte warten musste, mehr. Und alles wegen der VBZ!

Der Bus war mittlerweile ungefähr 15 Minuten zu spät und ich überlegte, den Weg nach Hause zu Fuss zurück zu legen. Ich entschloss mich dagegen, der Bus könnte ja jeden Moment kommen und es gibt nichts Dümmeres als wenn man so lange gewartet hat und dann beim Weggehen der Bus an einem vorbeifährt. Das ist noch schlimmer als wenn man an einer Endhaltestelle von weitem den Bus warten sieht und losrennt, nur um dann, wenn man sich im Bus völlig ausser Atem auf einen Sitz fallen lässt, zu merken, dass er erst in 5 Minuten losfahren wird. Und überhaupt: Zu Fuss war keine Alternative, denn einer meiner Schuhe hatte ein Loch in der Sohle, durch das mein Schuh im Innern immer ganz aufgeweicht wurde, insbesondere wenn man durch den Schnee waten muss. In diesen Momenten weiss ich plötzlich wieder, warum ich genau neue Schuhe brauche. Ich bin aber nicht der Einzige, denn letztens habe ich jemanden gesehen, der versucht hat seine Schuhe in einem Büro mit einem Bostitch zu flicken. Es hat nicht funktioniert. Das Komische daran war eigentlich eher, dass es nicht sein Büro war und ich das schon ein wenig frech fand, einfach so in einem fremden Büro die Schuhe auf den Tisch zu legen und zu bostitchen.

Nach 30 Minuten Wartezeit habe ich mich dann meinem Schicksal ergeben und bin nach Hause – zu Fuss. „Nie mehr VBZ!“ schwor ich mir. Jaja, natürlich, in der Stadt Zürich; ich, der ich kein Auto besitze, sondern nur ein Velo; jetzt wo der Winter kommt! Aber um 5 Uhr morgens denkt und schwört man ja so einiges zusammen. So stapfte ich also wutentbrannt durch den zentimeterhohen Schnee nach Hause. Mein Schuh ist jetzt noch nicht trocken von dieser „Wanderung“, im Fall!

Das Beste an diesem Malheur ist aber, dass die VBZ gar keine Schuld traf. Letzten Sonntag wurde uns ja dank der Zeitumstellung wieder einmal – wie jedes Jahr – eine Stunde geschenkt, nur hatte ich das um 5 Uhr morgens bereits wieder vergessen. Bleibt mir nur eines zu schreiben: Entschuldigung VBZ für die ungerechtfertigten Beschuldigungen! Bei der nächsten Zeitumstellung bleibe ich einfach zu Hause und versuche sie wie jeder andere anständige Bürger zu überschlafen.

(Bildquelle: flickr.com, invongrid)

http://www.students.ch/magazin/details/64887/Die-VBZ-ist-fuer-einmal-ohne-Schuld

http://www.ronorp.net/zuerich/stadtleben/stadtleben.20/leben-in-der-stadt.659/stadtgeschichten-zuerich.643/die-vbz-ist-fuer-einmal-ohne-schuld.292452

Erschienen im Newsletter vom Do, 01.11.12


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